NEWS 2005

 

 

Hai//om-Protest zurückgewiesen

Das San-Hilfswerk WIMSA prangert seine Widersacher an

http://www.az.com.na/index.php?page=news/news.php&identifier=1079863988&id=10470

02. März 2005

von Eberhard Hofmann

Als ,,undemokratisch, verfassungswidrig und ausgesprochen gewaltsam" hat das San-Hilfswerk WIMSA - Working Group of Indigenous Minorities of Southern Africa - die aggressive Demonstration einer Hai//om-Fraktion Mitte letzter Woche in Windhoek verurteilt.

Windhoek - Das Hilfswerk lehnt auch den Anspruch der Demonstranten ab, dass sie ,,die San" schlechthin verträten. Etwa 40 Demonstranten, die mit dem Parlamentarier Royal /Ui/o/oo und dem San-Chef John Arnold sowie der traditionellen Behörde der Hai//om in Verbindung stehen, wollten sich am Mittwoch vergangener Woche gewaltsam zur WIMSA-Geschäftsstelle Zutritt verschaffen, den Koordinator Axel Thoma verjagen und seinen Stellvertreter Joram /Useb verleumden (AZ berichtete).

Demonstranten am vergangenen Mittwoch im
Hof des San-Hilfswerks in Windhoek West.
Foto: Wiebke Gebert

,,Die Protestler behaupten, dass sie die San Namibias vertreten, in Wirklichkeit gehörten die Anwesenden lediglich zu einer der vielen Hai//om-Fraktionen und standen mit der kürzlich anerkannten Traditionellen Behörde der Hai//om in Verbindung. Die Hai//om-Gemeinschaft bleibt sehr fragmentiert und die Gründung der traditionellen Behörde Ende November 2004 war nicht das Ergebnis einer demokratischen Wahl, so dass sie (die Behörde) von der großen Mehrheit der Hai//om nicht als repräsentativ erachtet wird", lautet eine Erklärung aus der WIMSA-Stelle von gestern.

Die Demonstranten hatten unter anderem den Vorwurf erhoben, dass sich der Koordinator an den San bereichere, das Hilfswerk ,,nichts" für die Entwicklung der Buschleute unternehme und die San-Chefs nicht respektiere. Die Geschäftsstelle entgegnet, dass etliche Mitglieder der neuen traditionellen Behörde über die Tätigkeit von WIMSA informiert worden seien. /Useb antwortet direkt: ,,Obwohl die Taktik der Demonstranten undemokratisch ... war, hatten wir in Anwesenheit der Polizei eine offene Aussprache mit den Vertretern der Delegation. Wir einigten uns auf den weiteren Weg, um gegenseitige Beziehungen zu verbessern. Wir waren sehr enttäuscht, dass sie am nächsten Tag nicht zur vereinbarten Zeit zurückgekommen sind." Laut /Useb sind die Demonstranten zum Ministerium für Regional- und Lokalverwaltung gegangen und hätten dabei versäumt, das Ergebnis der Aussprache mit WIMSA vom Vortag mitzuteilen.

Die Erklärung enthält eine Aufzählung der jüngsten Projekte des Hilfswerks für die San in Namibia, darunter für die Hai//om ein Geschichtsbuch, ein Kulturzentrum in Outjo sowie konkreten Beistand für die !Xun von Tsumkwe, die Khwe von Caprivi, die !Xóó und die Ju/´hoansi der Omaheke.